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ProgrammiersprachenEine kleine Gruppe von Programmiersprachen vereint den überwiegenden Teil des weltweiten Suchinteresses, während zahlreiche Nischensprachen um die verbleibenden Prozentpunkte konkurrieren. An der Spitze steht seit einigen Jahren ungebrochen Python, getragen vom anhaltenden Boom der KI und Datenanalyse. Direkt dahinter behaupten sich mit C und C++ zwei Sprachen, die seit Jahrzehnten das technische Fundament praktisch jeder Software bilden, gefolgt von den etablierten Allroundern Java und C#, der im Web omnipräsenten Sprache JavaScript, sowie einer Reihe von Sprachen mit klar umrissenen Spezialgebieten: Visual Basic, SQL, R und Delphi bzw. Object Pascal. Im Folgenden betrachten wir Sprachen einzeln, mit Blick auf ihre technischen Eigenschaften, ihre Besonderheiten gegenüber verwandten Sprachen, ihre jeweiligen Vorzüge und die Bereiche, in denen sie heute tatsächlich zum Einsatz kommen. Die Sprachen zeigen exemplarisch, wie unterschiedlich sich Popularität in der Softwareentwicklung begründen lässt. Popularitätsindizes wie TIOBE und PYPL messen zwei unterschiedliche Dinge: einerseits akutes Lerninteresse an neuen, aufstrebenden Sprachen, andererseits die schiere Masse an bestehendem, weiterhin gepflegtem Code in etablierten Nischen. Wer die beliebtesten Programmiersprachen verstehen will, sollte deshalb stets fragen, ob eine Rangposition Zukunftstrend oder Bestandssicherung widerspiegelt, denn oft ist es beides zugleich. |
PythonPython ist eine dynamisch typisierte, interpretierte Mehrzwecksprache, die von Guido van Rossum in den späten 1980er-Jahren mit dem erklärten Ziel entworfen wurde, Lesbarkeit über Kompaktheit zu stellen. Statt geschweifter Klammern strukturiert Python seinen Code über Einrückung, was Quellcode oft schon auf den ersten Blick verständlich macht, selbst für Personen ohne tiefe Programmiererfahrung. Diese Zugänglichkeit, gepaart mit einer sehr umfangreichen Standardbibliothek nach dem Motto "Batteries Included", hat Python zur mit Abstand meistgenutzten Einstiegssprache an Schulen und Universitäten gemacht. Technisch hat sich Python in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Mit Python 3.13 wurde erstmals ein experimenteller freien Threading-Modus eingeführt, der den seit Jahrzehnten kritisierten Global Interpreter Lock (GIL) abschalten kann und damit echte Parallelverarbeitung auf mehreren CPU-Kernen erlaubt. Python 3.14, die aktuelle stabile Version, baut darauf auf: Die Kompatibilität mit C-Erweiterungen wie NumPy wurde verbessert, ein neuer Speicher-Allokator (mimalloc) beschleunigt Multithreading-Workloads, und ein früher, experimenteller JIT-Compiler liefert erste, messbare Geschwindigkeitsgewinne. Ergänzt wird das durch eine überarbeitete interaktive Shell mit Mehrzeilen-Bearbeitung, farbiger Syntaxhervorhebung und verbesserten Fehlermeldungen. Die eigentliche Erklärung für Pythons heutige Dominanz liegt jedoch weniger in der Sprache selbst als in ihrem Ökosystem. Bibliotheken wie NumPy, Pandas, PyTorch und TensorFlow haben Python zur praktischen Standardsprache für maschinelles Lernen, Datenanalyse und wissenschaftliches Rechnen gemacht. Wo neue KI-Modelle entwickelt, trainiert oder in Notebooks exploriert werden, geschieht dies fast ausnahmslos in Python, selbst wenn die eigentliche Rechenlast am Ende in kompilierten C- oder C++-Kernen läuft. Daneben deckt Python mit Frameworks wie Django und Flask auch klassische Webentwicklung ab und dient als vielseitige Skript- und Automatisierungssprache. Der historische Nachteil der Sprache, ihre im Vergleich zu kompilierten Sprachen deutlich geringere Ausführungsgeschwindigkeit, verliert durch die genannten Neuerungen zunehmend an Gewicht, bleibt aber ein Grund, warum rechenintensive Kernroutinen häufig ausgelagert werden. |
CC ist eine prozedurale, statisch typisierte und kompilierte Sprache, die bereits 1972 von Dennis Ritchie bei den Bell Labs entstand und bis heute einen bewusst minimalen Sprachkern besitzt. Es gibt keine Klassen, keine Exceptions, keine automatische Speicherverwaltung; stattdessen arbeitet man mit Structs, Zeigern und der manuellen Allokation und Freigabe von Speicher über malloc und free. Diese Reduktion auf das Wesentliche ist keine technische Rückständigkeit, sondern die eigentliche Stärke der Sprache: Ein C-Programm lässt sich mit vergleichsweise geringem Aufwand für praktisch jede existierende Prozessorarchitektur übersetzen, von Großrechnern bis zu Mikrocontrollern mit wenigen Kilobyte Arbeitsspeicher. Aus dieser Nähe zur Hardware ergeben sich die zentralen Einsatzgebiete von C, z.B. für Kerne von Betriebssystemen. Die Kernel von Linux, große Teile des Windows-Betriebssystems sowie der Darwin-Kernel unter macOS sind überwiegend in C geschrieben, ebenso praktisch jeder Gerätetreiber. Und in der Embedded-Welt, also der Firmware für Mikrocontroller, Router, Kfz-Steuergeräte und unzählige weitere eingebettete Systeme, ist C nach wie vor die dominierende Sprache, weil der Sprachumfang so klein ist, dass er auf stark ressourcenbeschränkter Hardware überhaupt lauffähig bleibt. Bemerkenswert ist zudem, dass C das Fundament für die Laufzeitumgebungen zahlreicher anderer Sprachen bildet: CPython, der Referenz-Interpreter von Python, ist selbst in C geschrieben, ebenso wesentliche Teile von PHP und Ruby. Auch grundlegende Systembibliotheken wie glibc, OpenSSL, curl und SQLite bestehen aus C-Code, den praktisch jede andere Programmiersprache über Bindings anspricht. Der Vorzug von C liegt somit in maximaler Kontrolle über Speicher und Ausführung bei minimalem Laufzeit-Overhead, kombiniert mit einem seit Jahrzehnten stabilen, standardisierten Binärschnittstellenformat, das sprachübergreifende Interoperabilität ermöglicht. Der Preis dafür ist das Fehlen jeglicher Sicherheitsnetze: Speicherfehler wie Buffer Overflows, Use-after-free oder Nullzeiger-Dereferenzierungen sind in C jederzeit möglich und verantworten bis heute einen erheblichen Anteil aller Sicherheitslücken in weitverbreiteter Software, ein Umstand, der maßgeblich die Entwicklung speichersicherer Alternativen wie Rust motiviert hat. |
C++C++ entstand in den frühen 1980er-Jahren, als Bjarne Stroustrup C um Klassen erweiterte, ursprünglich unter dem Namen "C mit Klassen". Über mehrere Jahrzehnte und Sprachstandards hinweg hat sich C++ seither zu einer der komplexesten und mächtigsten Multi-Paradigmen-Sprachen entwickelt, die objektorientierte, generische und zunehmend auch funktionale Programmierung in einer einzigen Sprache vereint. Seit C++11 folgen die Standards einem festen Dreijahresrhythmus, wobei jeder Standard neue, teils grundlegende Fähigkeiten hinzufügt. Der aktuellste Standard, C++26, wurde im März 2026 vom internationalen ISO-Komitee final verabschiedet und gilt nach Aussage des Komiteemitglieds Herb Sutter als die bedeutendste Neuerung seit C++11. Zentrale Bestandteile sind Compile-Time-Reflection, mit der sich Typinformationen erstmals ohne Laufzeitkosten zur Kompilierzeit einlesen und verarbeiten lassen, das umstrittene, aber letztlich aufgenommene Contracts-Feature zur Definition von Vor- und Nachbedingungen an Funktionen, sowie eine gehärtete Standardbibliothek, die bei Google produktiv bereits die Absturzrate durch Speicherfehler um rund 30% gesenkt haben soll, bei einem Performance-Overhead von im Schnitt nur 0,3 Prozent. Die eigentliche Besonderheit von C++ liegt im Versprechen der Zero-Overhead-Abstraktion: Entwickler erhalten hochsprachliche Konstrukte wie Templates, RAII, Smart Pointers und die Ranges-Bibliothek, ohne dafür gegenüber handgeschriebenem C nennenswerte Laufzeitkosten in Kauf nehmen zu müssen. Diese Kombination aus Ausdrucksmächtigkeit und Performance macht C++ zur bevorzugten Sprache für rechenintensive Anwendungen mit hohen Anforderungen an beides: Spiele-Engines, Webbrowser, Datenbank-Engines und Hochfrequenz-Handelssysteme im Finanzwesen. Besonders aktuell ist die wachsende Bedeutung von C++ im Umfeld künstlicher Intelligenz: Während das Training und die Orchestrierung von KI-Modellen meist in Python geschieht, laufen die performancekritischen Inferenz- und GPU-Kernel darunter fast ausschließlich in C++, oft in Kombination mit CUDA. Auch die Automobil-Industrie setzt im Bereich Fahrerassistenzsysteme und Steuergeräte (etwa über den AUTOSAR-Standard) sowie die Medizintechnik wegen Echtzeitfähigkeit und Zertifizierbarkeit nach Richtlinien wie MISRA C++ stark auf die Sprache. |
JavaJava wurde Mitte der 1990er-Jahre von Sun Microsystems mit dem Leitmotiv "Write Once, Run Anywhere" entworfen: Java-Quellcode wird nicht direkt in Maschinencode übersetzt, sondern in Bytecode, der auf der Java Virtual Machine (JVM) läuft und dadurch auf jeder Plattform ausführbar ist, für die eine JVM existiert. Die Sprache ist statisch typisiert, objektorientiert und verwaltet Speicher automatisch über einen Garbage Collector, was Entwickler von der manuellen Speicherverwaltung befreit, wie sie in C oder C++ notwendig ist. Eine der größten Stärken von Java ist seine außergewöhnliche Rückwärtskompatibilität und Stabilität: Code, der vor zwanzig Jahren geschrieben wurde, lässt sich häufig noch nahezu unverändert auf aktuellen JVMs betreiben. Dies, gepaart mit einer über Jahrzehnte gewachsenen und äußerst ausgereiften Bibliothekslandschaft im Enterprise-Bereich, etwa durch Frameworks wie Spring und den Jakarta-EE-Standard, hat Java zur bevorzugten Sprache für große, langlebige Unternehmensanwendungen gemacht. Banken, Versicherungen, Behörden und große Industrieunternehmen betreiben seit Jahrzehnten geschäftskritische Systeme auf Java-Basis, und die schiere Größe dieser Codebasen macht eine Ablösung wirtschaftlich meist unattraktiv. Ein zweites bedeutendes Einsatzfeld ist die native Android-Entwicklung, wenngleich Kotlin, eine moderne, ebenfalls auf der JVM laufende Sprache, dort inzwischen häufig bevorzugt wird. In aktuellen Rankings verliert Java kontinuierlich an relativem Anteil: Im TIOBE-Index erreichte die Sprache zuletzt mit Platz 4 ihre historisch niedrigste Position, auch im PYPL-Index sinkt das Suchinteresse stetig. Dies spiegelt weniger einen tatsächlichen Bedeutungsverlust in produktiven Systemen wider als eine Verschiebung des Lernbedarfs hin zu neueren Sprachen wie Python, Kotlin oder Rust, während der riesige Bestand an bestehendem Java-Code in Unternehmen weiterhin gepflegt, erweitert und selten vollständig ersetzt wird. |
C#C# wurde von Microsoft Anfang der 2000er-Jahre unter der Leitung von Anders Hejlsberg entworfen, der zuvor bereits maßgeblich an der Object-Pascal-Sprache für Delphi mitgewirkt hatte, was sich bis heute in gewissen konzeptionellen Verwandtschaften zwischen beiden Sprachen zeigt. C# ist statisch typisiert, objektorientiert und läuft auf der .NET-Plattform, die inzwischen plattformübergreifend unter Windows, Linux und macOS verfügbar ist. Die aktuelle Sprachversion ist C# 14, ausgeliefert mit dem Long-Term-Support-Release .NET 10, das bis November 2028 unterstützt wird. Die bedeutendste Neuerung sind sogenannte Extension Members: Während Erweiterungsmethoden in C# schon länger existierten, lassen sich nun auch Erweiterungs-Properties, Erweiterungsoperatoren und statische Erweiterungsmember definieren, was viele bisherige Umgehungslösungen überflüssig macht. Daneben vereinfacht das neue field-Schlüsselwort den Zugriff auf das intern erzeugte Backing-Field einer Property erheblich. Bemerkenswert ist, dass C# von TIOBE zur "Programmiersprache des Jahres 2025" gekürt wurde, mit dem größten relativen Ratingzuwachs aller im Index erfassten Sprachen in diesem Jahr, noch vor etablierten Trendsprachen wie Python. Getragen wird dieser Aufschwung maßgeblich von drei Faktoren: der breiten Nutzung von C# in der Unity-Spieleentwicklung, der zunehmenden Reife des .NET-Ökosystems für plattformübergreifende Webanwendungen über ASP.NET Core und Blazor, sowie der anhaltend starken Verankerung in klassischen Windows-Desktop- und Unternehmensanwendungen. Gegenüber Java punktet C# häufig mit moderneren Sprachfeatures und einer kohärenteren Tooling-Integration in Visual Studio, während Java in puncto plattformunabhängiger Langlebigkeit historisch die Nase vorn hatte, ein Vorsprung, den .NET in den letzten Jahren jedoch deutlich verkleinert hat. |
JavaScriptJavaScript wurde 1995 von Brendan Eich innerhalb weniger Tage für den Netscape-Browser entworfen und ist bis heute die einzige Programmiersprache, die von Haus aus in jedem modernen Webbrowser ausgeführt wird. Diese Alleinstellung sichert JavaScript trotz eines im TIOBE- und PYPL-Index nur mittleren Rankings eine praktisch konkurrenzlose Position in der Webentwicklung: Laut Stack-Overflow-Umfragen nutzen rund zwei Drittel aller Entwickler die Sprache aktiv, und sie läuft clientseitig auf annähernd 99% aller Websites weltweit. Sprachlich ist JavaScript dynamisch typisiert und wird heute in den meisten Umgebungen durch Just-in-Time-Compilation ausgeführt, was die früher deutlich spürbare Geschwindigkeitslücke zu kompilierten Sprachen erheblich verkleinert hat. Charakteristisch sind das prototypbasierte Objektmodell, das sich von den klassenbasierten Modellen in Java oder C# unterscheidet, first-class Functions und Closures, sowie ein durchgängig asynchrones Programmiermodell über Event-Loop, Promises und async/await, das für nicht-blockierende Ein- und Ausgabeoperationen ausgelegt ist. Über die Node.js-Laufzeitumgebung hat sich JavaScript zusätzlich als vollwertige Backend-Sprache etabliert, wodurch sich mit derselben Sprache sowohl Frontend als auch Backend einer Webanwendung entwickeln lassen. Parallel zu JavaScript hat sich TypeScript, eine statisch typisierte Obermenge, die zu reinem JavaScript kompiliert, zum bevorzugten Werkzeug für größere, wartungsintensive JavaScript-Codebasen entwickelt. TypeScript führt inzwischen sogar die Rangliste der meistgenutzten Sprachen auf GitHub nach Beitragszahlen an, wird von TIOBE aber weiterhin unter der Kategorie JavaScript mitgezählt statt als eigenständige Sprache separat geführt, was die tatsächliche Bedeutung von TypeScript in klassischen Popularitätsindizes etwas verschleiert. |
Visual BasicVisual Basic entstand 1991 bei Microsoft als objektorientierte, auf schnelle grafische Anwendungsentwicklung ausgelegte Sprache mit bewusst sprechnaher, wortreicher Syntax, die etwa Schlüsselwörter wie End If oder End Sub anstelle geschweifter Klammern verwendet. In seiner heutigen Form als Visual Basic .NET läuft die Sprache auf derselben .NET-Plattform wie C# und wird von Microsoft mit jedem .NET-Release parallel weitergepflegt, wenn auch mit deutlich geringerem Innovationstempo als C#. Die historische Stärke von Visual Basic lag in seiner Rapid-Application-Development-Tradition: Ein visueller Formulardesigner erlaubte es, grafische Windows-Anwendungen per Drag-and-Drop weitgehend ohne tiefes Programmierverständnis zusammenzustellen, was die Sprache in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren zur meistgenutzten Sprache für schnelle Business-Anwendungen in Unternehmen machte. Diese Zugänglichkeit hat Visual Basic auch zu einer beliebten ersten Programmiersprache für Berufseinsteiger im betrieblichen Umfeld gemacht. Heute findet sich Visual Basic vorwiegend noch in zwei Bereichen: in gewachsenen, seit Jahren produktiven Legacy-Anwendungen innerhalb von Unternehmen, deren vollständige Neuentwicklung wirtschaftlich selten zu rechtfertigen ist, sowie als Visual Basic for Applications (VBA), das nach wie vor die Standardsprache zur Automatisierung von Microsoft-Office-Anwendungen wie Excel, Word und Access ist und in dieser Rolle eine enorme, oft unterschätzte Verbreitung besitzt. Für Neuentwicklungen wird inzwischen praktisch durchgehend zu C# geraten, doch die schiere Menge an bestehendem VB- und VBA-Code sorgt dafür, dass die Sprache in Popularitätsindizes wie TIOBE weiterhin überraschend weit oben rangiert. |
RR wurde in den 1990er-Jahren von Statistikern für Statistiker entwickelt und ist eine dynamisch typisierte, funktional geprägte Sprache, die von Grund auf für statistisches Rechnen, Datenanalyse und die Erstellung wissenschaftlicher Grafiken konzipiert wurde. Die Syntax gilt gegenüber klassischen Programmiersprachen als eigenwillig, etwa durch den traditionellen Zuweisungsoperator Pfeil-nach-links, was Softwareentwicklern mit anderweitiger Programmiererfahrung oft ungewohnt erscheint, während es Statistikern häufig intuitiv zugänglich ist. Eine besondere Stärke von R liegt in CRAN, dem umfangreichen zentralen Repository spezialisierter statistischer Pakete, sowie in der nativen Unterstützung für Vektor- und Matrixoperationen, die statistische Berechnungen ohne umständliche Schleifenkonstruktionen ermöglichen. Zusammen mit Bibliotheken wie ggplot2 für Datenvisualisierung hat sich R zu einem der Standardwerkzeuge für tiefergehende statistische Modellierung entwickelt, die über das hinausgeht, was mit Pythons Datenanalyse-Bibliotheken typischerweise abgedeckt wird. R konkurriert damit direkt mit Python im Bereich der Datenanalyse, wobei sich die Rollenverteilung zunehmend spezialisiert: Python dominiert dort, wo Datenanalyse in größere Softwaresysteme oder Machine-Learning-Pipelines eingebettet wird, während R dort bevorzugt wird, wo tiefes statistisches Fachwissen im Vordergrund steht, etwa in Forschung, Biostatistik und Epidemiologie, Ökonometrie und Genomik. Bemerkenswert ist, dass R zuletzt im TIOBE-Index deutlich an Boden gewonnen und in die Top 10 zurückgekehrt ist, während Python nach seinem Rekordhoch im Jahr 2025 leicht zurückgeht. TIOBE deutet dies als Zeichen dafür, dass sich spezialisierte Sprachen in ihren jeweiligen Nischen wieder Anteile von der zuvor breit dominierenden Python-Popularität zurückholen. |
Delphi, Object Pascal, FreePascal und LazarusDelphi ist Embarcaderos kommerzielle Entwicklungsumgebung und Compiler-Suite für die Object-Pascal-Sprache, ursprünglich von Borland als direkter Nachfolger von Turbo Pascal entwickelt und maßgeblich von Anders Hejlsberg mitgeprägt, der später auch federführend an der Entwicklung von C# beteiligt war, was bis heute gewisse konzeptionelle Ähnlichkeiten zwischen beiden Sprachen erklärt. Die aktuelle Version ist Delphi 13 mit dem Codenamen Florence. Delphi kompiliert nativ, das heißt ohne Zwischenschritt über eine virtuelle Maschine, für Windows, macOS, iOS, Android und Linux, wobei zwei parallele Oberflächen-Frameworks zur Verfügung stehen: die klassische Visual Component Library (VCL) für reine Windows-Anwendungen sowie FireMonkey (FMX) für plattformübergreifende Oberflächen. Die Besonderheit von ↗Object Pascal liegt in der Verbindung strikter, sehr gut lesbarer statischer Typisierung mit schneller nativer Kompilierung und einem seit Jahrzehnten bewährten visuellen Ansatz zur Anwendungsentwicklung, bei dem Formulare und Komponenten direkt im Designer platziert werden, ganz ohne die Zwischenschicht einer Laufzeitumgebung wie bei Java oder .NET. Delphi wird traditionell besonders stark im Bereich betrieblicher Desktop-Anwendungen, datenbankgestützter Business-Software und industrieller Steuerungssoftware eingesetzt, wo seit den 1990er-Jahren gewachsene Codebasen bis heute aktiv weiterentwickelt werden. Neben dem kommerziellen Delphi existiert mit FreePascal (FPC) eine vollständig freie, quelloffene Alternative, aktuell in der stabilen Version 3.2.2 mit Version 3.2.4 in Vorbereitung, zusammen mit der ebenfalls freien Lazarus-IDE, deren jüngste stabile Version 4.6 im Februar 2026 veröffentlicht wurde. Dieses Ökosystem kompiliert weitgehend delphi-kompatiblen Object-Pascal-Code nativ für Windows, Linux, macOS, BSD und weitere Plattformen, vollständig ohne Lizenzkosten, und richtet sich sowohl an Hobbyentwickler als auch an Unternehmen, die eine kostenfreie, aber ausgereifte Alternative zu Delphi suchen. Der TIOBE-Index führt Delphi und Object Pascal traditionell als gemeinsame Kategorie, da beide Dialekte eng verwandt sind und in Suchanfragen kaum zuverlässig voneinander zu trennen sind. |